Die BUND Streuobstwiese Stahnsdorf

Am Rande von Berlin hinter dem Klärwerk, versteckt sich die BUND Streuobstwiese Stahnsdorf. Von Robinien gesäumt, prägen knorrige uralte Obstbäume das Bild der fast 5 ha großen Wiese. Nur durch einen glücklichen Zufall bin ich auf dieses wunderschöne Kleinod gestoßen, als ich im Jahre 2013 nach einer Fläche für meine Schafe gesucht habe.

Heute sind sie von hier nicht mehr wegzudenken, meine fleißigen Landschaftspfleger. Durch gezieltes Umkoppeln, Anpassen der Anzahl der Schafe pro ha an die jeweilige Fläche, Häufigkeit der Beweidung und genaues Beobachten des Aufwuchses, versuche ich, dazu beizutragen, die Vielfalt der Flora und Fauna in diesem Biotop zu steigern.

Obstbaumpflege

Aber nicht nur die Wiese wird gepflegt, Benedikt de la Chevallerie hat an der Obstbaumschnittschule in Thüringen  die Ausbildung zum Baumwart abgelegt und kümmert sich mit gleicher Leidenschaft um alles was hier Früchte trägt oder tragen wird. 

 

Geht es um die Auswahl junger Bäume, fährt er schon mal selber zur Baumschule, um sich von der Qualität des Neulings zu überzeugen. Bevorzugt werden auf der Streuobstwiese alte Sorten neu gepflanzt.

 

Und wenn die Schäferin mal im Urlaub ist, macht er Urlaubsvertretung.

Bienen

Ohne Bienen keine Früchte - ohne Früchte keinen Apfelsaft!

Brigitta Schön und André Krugmann, zwei Bioland Imker, haben hier zeitweise 20 Bienenvölker auf der Wiese stehen.


Umweltbildung

Gemeinsam mit Maren  Heppchen können Kinder und Jugendliche in die Welt der Tiere und Pflanzen auf dieser Wiese eintauchen und diese wunderschöne Natur hautnah erleben.

Sie passt ihr Veranstaltungsprogramm individuell an die Wünsche der  einzelnen Gruppen an und legt dabei großen Wert auf "nachhaltige Wirkung".

Arbeitskreis

Eckart Klaffke hält als Koordinator des Projektes: "Pflege und Erhalt der BUND Streuobstwiese Stahnsdorf" die Fäden in der Hand. Jeden 2. Sonntag im Monat treffen wir uns mit anderen ehrenamtlichen, fleißigen Helfern, um junge Bäume zu pflanzen, Astschnitt von der Wiese zu räumen oder um andere pflegerische Maßnahmen vorzunehmen. So kommen wir dem Ziel eine artenreiche Streuobstwiese zu erhalten wieder ein Stückchen näher.

Streuobstwiesenfest

Jedes Jahr Ende Mai findet das traditionelle Streuobstwiesenfest des BUND statt. An diesem Tag öffnet die Wiese ihre Tore für interessierte Besucher.

Wir stellen das Projekt "Pflege und Erhalt der BUND Streuobstwiese Stahnsdorf" vor, es finden geführte Besichtigungen über das gesamte Gelände statt, meine Schafe werden geschoren, die Bio-Imker stellen ihr Handwerk vor und verkaufen Honig. Es gibt Kaffee und Kuchen und leckeres vom Grill und wer möchte kann unseren Streuobstapfelsaft kosten und erwerben.

Geschichte der BUND Streuobstwiese Stahnsdorf

Die ersten Kirschbäume wurden hier im Jahr 1930 gepflanzt. Die Wiese gehörte damals schon den Berliner Stadtgütern und war als Wirtschaftsfläche dem Klärwerk zugeordnet. Hier wurde Klärwasser verrieselt. Später kamen hochstämmige Apfelbäume dazu und in den 50er Jahren wurde die Fläche durch vorwiegend niederstämmige Apfelbäume ergänzt. Damit wandelte sich die Fläche zur Obstplantage.

Seit 1996 ist der BUND Berlin Pächter dieses Geländes und damit verantwortlich für die Pflege und den Erhalt dieser alten Kulturform des Obstanbaus.

Allgemeines

Streuobstwiesen sind ein altes Kulturgut, welches mittlerweile zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas gehört.

Kennzeichnend für diese Art des traditionellen Obstbaus ist die Zweietagennutzung: die hochstämmigen Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten dienen der Obsterzeugung. Da die Bäume im lockeren Verbund stehen, können die Wiesenflächen als Grünland genutzt werden, entweder direkt als Viehweide oder zur Heugewinnung.